Ein bewährtes Mittel gegen so
etwas wie Novemberblues ist ein Besuch im English Comedy Club im
Kookaburra. Leider wurden die Preise erhöht, dafür
wenigstens die ollen Klappstühle aussortiert. Allerdings war es
auch merklich leerer im Saal, als bei allen früheren
Veranstaltungen auf denen ich war. Showchefin Kim ist eine
exzellente Moderatorin, wenn auch viele Bausteine ihres eigenen
Programms langsam einer Überholung bedürften, irgendwann
wird aus Running Gags nur noch eine Pflichtübung, zu der man aus
Höflichkeit klatscht. Immerhin, ein Anfang ist gemacht: sie
schaffte es zum ersten Mal, einen ganzen Abend lang mal keinen Witz
über über den Papst zu machen. Glückwunsch. Weiter so.
Viele Gesichter im Publikum kennt man
nach einer Weile, Stammgäste machen einen guten Teil der
Besucher aus. Um so ärgerlicher, wenn man einzelne Programme zum
wiederholten Mal sieht. Bartuschka müsste nun das dritte Mal mit
dem selben Act dort gewesen sein. Evi und das Biest mit einem
Teilauftritt zum zweiten Mal. Wobei mich das bei letzteren weniger
stört, weil ich die beiden wunderbar finde. Musikkabarett auf
hohem Niveau, das immer wieder begeistert und sich sicher auch im Rahmen einer eigenen Veranstaltung lohnt.
Zwei allerdings brachten dieses Mal das
Publikum wirklich zum Toben: Stand-up Comedian Javier Jarquin aus
Neuseeland („I married a couple of months ago, and last night it
suddenly happened: I called my ex-girlfriend's name during sex. OK,
it was no problem, I was at her's“) und der New Yorker Street-artist David Deery
(„Isn't Biathlon really boring? One should pimp it up by combining
it with other sports. Ski jumping for example. Biathlets could run
and shoot ski jumpers“).
In Summe trotz allem wieder ein
lohnenswerter Abend für Freunde des englischsprachigen Humors.
Auch, weil die Atmosphäre so heimelig ist. Die meisten Künstler
trifft man nach Vorstellungsende im Saal und kann mit ihnen plaudern. Nächstes Jahr gerne wieder.