Sonntag, 17. April 2011

Sag mir, wer Deine Freunde sind und ich...

Eine Geburtstagsparty. Außer der Gastgeberin kannte ich niemanden. Ich fühlte mich geehrt. Wie schön es doch ist, mit wildfremden Menschen stundenlang zu reden, wenn man merkt, dass es einfach passt.
Und wieder einmal bestätigte sich die alte Regel: Sympathische Menschen kennen sympathische Menschen!
Das ist praktisch so, wie die alte Weisheit: Schau' Dir die Schwiegermutter an, und Du weißt, wie die Tocher werden wird ;-)

Freitag, 15. April 2011

Heiße Cleopatra

Ein super Sauna. Wollte ich schon lange mal hin, nun klappte es endlich. Werde trotz schlechter Verkehrsanbindung sicher öfters dort sein. Sauber, übersichtlich, freundliche Menschen, superbe Massage, schöne Aussicht über die Dächer. Und sehr gute Öffnungszeiten (-24:00 Uhr)

Dienstag, 15. März 2011

Der blaue Engel

Brilliant. Heinrich Mann, Carl Zuckmayer, Marlene Dietrich und Walter Plathe können nicht irren; die beste Produktion, die ich je in der Komödie am Kurfürstendamm erlebt habe. Obwohl teils sehr frivol trotzdem auch schauspielerisch wirklich exzellent. Und das, obwohl ich sonst nicht auf Dramen stehe. Kurz: in jeder Hinsicht sehenswert.

Freitag, 4. März 2011

"Good food, bad food": poor director

Eine Doku im ACUD-Kino. Mit sechs Zuschauern heute recht gut gefüllt. Das Thema eigentlich spannend.
Aber dann, Leute nee, diese Weltverschwörungspolemik ist echt auf Schwachmatenniveau ("nach dem Krieg haben sich chemische Industrie und die Regierungen der Welt heimlich zusammen getan, um die Bauern und die Frauen dieser Welt schleichend auszurotten"...). Kann sich so ein Regisseur überhaupt vorstellen, dass auch Zuschauer mit Hirn und einem Hauch Vorwissen in seinen Film gehen? Wahrscheinlich hat er vorher nur Soaps für RTL II produziert.
Da fallen die interessanten Momente des Films gar nicht mehr ins Gewicht, denn die Glaubwürdigkeit ist im Eimer. Note 4-.

Mittwoch, 2. März 2011

"We Will Rock You" im Theater des Westens - definitely they did

Eigentlich steh' ich nicht so auf diese Design-Musicals und auch hier der erste Eindruck: Glänzende Bühnengestaltung, aber die dümmliche Handlung, weit entfernt von Queen, langweilt jeden, der Matrix gesehen hat.
Glücklicherweise stellt sich bald heraus, dass sie nur dazu dient, möglichst sinnfrei die Pausen zwischen zwei Stücken zu füllen. Denn die Musik knallt. Und wie! Das Publikum tobt. Ein geniales Konzert.

PS: Und was einmal gesagt werden muss: der Sicherheitsmann dort nimmt seinen Job ernst und bleibt dabei doch sympathisch. Das spricht fürs Theatermanagement.

Dienstag, 1. März 2011

English Comedy im Kookaburra

Erneut ein "sehr gut" für zwei Stunden glänzende Unterhaltung in fast privater Atmosphäre. Moderatorin Kim brilliant. Auch Bodo Wartke mit englischen Texten, hatte ihn vorher noch nie gesehen, überraschend gut, merkenswert!

Sonntag, 27. Februar 2011

Badeschiff revisited

Die pleitenbedingte Pause hat zumindest der Atmosphäre nicht geschadet, wir waren uns einig, dass wir vor Ende März noch ein paar Mal wieder kommen müssen. Definitiv Berlins beste Sauna.

Samstag, 26. Februar 2011

Disco Inferno mit Unterhaltungseinlage

Jau, noch besser als erwartet, die Band hatte ihr Publikum fest im Griff, bereits beim zweiten Song stand im Quasimodo keiner mehr still. Erste Sahne mit 100%-Wiederholungsgarantie meinerseits.

In der Pause erzählte Nicola von einer Diskussion mit ihrem Vater:

Vater: Was wünschst Du Dir denn zum Geburtstag?
Sie: Eine Brustvergrößerung
Vater: Was? Wieso denn das?
Sie: Papa, ich bin jetzt 39, mit den Dingern kriege ich niemals einen Kerl ab!
Vater: Wie wär's denn erstmal mit kochen lernen?

Wir lagen unterm Tisch vor Lachen...

Sonntag, 20. Februar 2011

Kreuzberger Poetry Slam

Wow, der Bastard Slam bezeichnet sich als ältester Poetry Slam Deutschlands, nicht schlecht. Das Publikum war das jüngste Deutschlands, da habe ich schon ganz andere Bühnen gesehen, mit doppeltem Altersschnitt und damit einhergehend gesetzterer Stimmung im Publikum.
Aber entscheidend sind ja die Akteure auf der Bühne. Und die waren hervorragend. Ein Abend an dem man so viel lachen kann ist einfach ein Geschenk.

Sonntag, 13. Februar 2011

Ach Lena

Dass sie nicht singen kann ist kein Problem. Können viele in dem Business nicht.
Aber dass Berlin seit Wochen von kleinen Lenas geflutet wird, ist schon nervig. Ich habe den Eindruck, dass jedes Mädel, das 18 ist (oder so aussehen möchte) sich als kleine Lena-Kopie zurecht macht. Noch nie ist mir ein uniformer Modetrend in so kurzer Zeit so stark aufgefallen. Naja, immer noch besser als Lady Gaga als Vorbild.

Samstag, 5. Februar 2011

Die Liebe der Danae

Schon wieder ein Highlight. Als Staatsoper-Fan war nun einmal testweise die Deutsche Oper dran. Musik von Richard Strauß.
Orchester, Chor und Besetzung sehr gut. Bühnengestaltung exzellent: Im zweiten Akt wurde die Beleuchtung so geschickt gewählt, dass die Bühne perfekt wie ein schwarz/weiß-Bild wirkte, dann wurde eine einfache Rose in der Mitte mit zwei Spots hell angestrahlt, so dass deren Rot durch den ganzen Raum geschmettert wurde. Sensationeller Effekt!
Ansonsten: Die Deutsche Oper wirkt wie die Philharmonie: Groß, aber nicht großartig. Es fehlt einfach die Grandezza der altehrwürdigen Staatsoper.

Donnerstag, 27. Januar 2011

Formel-1=6-Tage-Rennen

Zur Eröffnung des hundertsten 6-Tagerennens in Berlin kam ich nun auch einmal ins Velodrom. Danke, Thilo, für die Einladung. Sonst bin ich ja immer nur nebendran zum (selber) Schwimmen.

Die Kurzfassung: Gäääääähn.

So stelle ich mir ein Formel-1-Rennen vor, wo ich auch noch nie verstanden habe, was man daran findet. Eine Stunde oder länger fahren alle im Kreis, man unterhält sich so lange mit seinen Nachbarn. Dann nach 100 Runden schreien alle auf, weil irgendeiner, dessen Namen ich in 10 Sekunden auch direkt wieder vergessen habe, einen anderen noch schnell überholt hat. Ende. Siegerehrung. Toll. Dann folgt ein Rennen, wo Radfahrer eine halbe Stunde lang Motorrädern hinterher fahren. Keiner um mich herum kennt die Regeln, oder versteht, wo da der Witz liegt. Der Moderator erklärt es auch nicht. Och Mensch, nöö, ne? Dafür haben wir die tolle Party im Hotel Angleterre vorzeitig verlassen, wo es so einen sympathischen Frauenüberschuss gab? Krasse Fehlentscheidung.

Sonntag, 23. Januar 2011

Renaissance Theater, kaufkraftabschöpfend

Eine Buchpräsentation ist eine Verkaufsveranstaltung. Es empfiehlt sich, diese unterhaltsam zu gestalten, um zum Kauf und zur Weiterempfehlung anzuregen. Dass es bei Buchpräsentationen immer öfter in Mode kommt, dafür Eintritt zu verlangen (hier: 14 Euro), weil es dem Kunden ja schließlich auch gefällt, ist echt ein Unding. Horst Evers war gut, wie meistens. Aber er wird wohl zum Promi.

Mittwoch, 19. Januar 2011

Nachtrag zur Gesundheit

Zweieinhalb Wochen keinen Salat, kein frisches Obst, nur Getränke, die aus Flaschen serviert wurden, Zähneputzen nur mit Mineralwasser. Mückenschutz mit DEET, ab 17 Uhr immer fleißig aufgetragen, geschlafen unterm Moskitonetz.
Fazit: Auch wenn mir manch kulinarischer Genuss entging, mein größtes gesundheitliches Problem dafür war nur das Sodbrennen.
Medikamente gegen Durchfall, Fieber, Schmerzen, Wunddesinfektionsmittel, Malariaprophylaxe gingen alle wieder ungenutzt mit nach Hause.

Ob die Impfung gegen Typhus nötig war kann ich nicht beurteilen, vermutlich bei meinem Trip und meiner Verhaltensweise nicht. Dass ich die Impfung gegen (die für Menschen grundsätzlich tödliche) Tollwut nicht mehr geschafft hatte, hätte leicht sehr, sehr böse enden können. Großer Fehler!

Dienstag, 18. Januar 2011

Berlin hat mich wieder

Es ist herrlich kühl hier in Berlin, die Sonne strahlt mir beim Frühstück ins Gesicht. Schön, wieder zu Hause zu sein.
Klar, es war irgendwie spannend, alleine ein Rudel von über zwanzig wilden Hunden mannhaft zu besiegen, und bis zum letzten Blutstropfen gegen eine mindestens 30cm lange, wilde Urwaldechse in meinem Bett zu kämpfen. Aber es ist auch schön, sich Schuhe anzuziehen ohne vorher reinschauen zu müssen, wer dieses Mal drin übernachtet hat.
Und meine erste Mahlzeit in diesem Jahr ohne Curry war ehrlich gesagt auch ein Hochgenuss.
Andererseits: Eines ist sicher, Indien sieht mich garantiert wieder, es war einfach zu schön und faszinierend!

Montag, 17. Januar 2011

Last class from Goa

Um drei Uhr früh aufstehen, ich hasse Flüge um diese Zeit! Zum Essen fehlt die Zeit. Abfahrt um vier, als ich heulende Hunde höre, fahre ich zusammen, das Erlebnis steckt mir noch in den Knochen. Im Flugzeug nach Mumbai gibt es kein Frühstück, nicht mal einen Kaffee, oh, das geht ja gut los.

Dort ist bei Ankunft immer noch Nacht und nun heißt es sechs Stunden Warten auf dem Flughafen, das ist der Preis für das günstige Ticket. Der Terminalbus fährt an Slums vorbei. Erschreckende Realität nach dem paradiesischen Goa.

Und dann: Oh nein, es gibt auch in der Touristenklasse noch einen schlechtesten Sitzplatz: Dort, wo die Toiletten sind und deshalb nur noch zwei Sitze daneben passen. Und es sind die einzigen Plätze ohne Fenster! Links also eine Wand. Rechts 50cm neben mir die WC-Tür. Abgesehen von dem Trubel, dauernden berührt werden von den Wartenden und der Geräuschkulisse der Türe selbst: nach etwa drei Stunden Flug kommen Würgereize auf. Nicht wegen der Flugkrankheit, sondern wegen des Gestanks. Die Gäste sagen der Stewardess bereits Bescheid, "very dirty inside", Danke, aber ändern kann sie auch nichts.

In London fluche ich, der Anschluss ist viel zu knapp geplant, es ist 19:15 und der Anschlussflug nach Berlin geht um 19:45, Boarding hat begonnen. Natürlich in einem anderen Terminal dieses Riesenflughafens. Ich renne wie ein Wahnsinniger durch kilometerlange Gänge, remple Leute an, drängle mich vor, will nicht hier übernachten, bin total fertig, Kopfschmerzen, übermüdet, entnervt. Dränge mich beim Securitycheck vor ("my flight starts in 15 minutes", gelassene Antwort: „ask the passengers before you“, gnädiges Nicken der Leute in der langen Schlange, Danke, weiter), renne, wie es nur Lola vor mir tat.

Bis ich kurz vor dem Gate, nassgeschwitzt und am ganzen Körper zitternd, auf der Anzeigetafel sehe: Es ist eine Stunde früher, 18:30 .... mein Blackberry zeigte mir die falsche Zeitzone!

AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAhhhhh.....

Sonntag, 16. Januar 2011

Das zweite Gesicht

Gestern Abend wäre ich fast einer Hundeattacke zum Opfer gefallen. Die in den vergangenen Wochen immer so lieben, streunenden Hunde wurden des Nachts auf der Straße plötzlich wild und kreisten mich ein, um mich dann zu dritt zu attackieren. Mit bestialischem Urwaldgeschrei und Scheingegenattacken aus dem Mute der Verzweiflung hielt ich sie mir auf ansonsten menschenleerer Straße irgendwie vom Leibe, bis ich irgendwann langsam Schritt für Schritt vorsichtig unter bösem Geknurre von dannen ziehen konnte. Unheimlich!!

Und heute Mittag wäre ich beinahe einem LKW zum Opfer gefallen. Wäre schon Scheiße, am letzten Tag noch schnell zu sterben, denke ich mir so. Naja, immer noch besser als gleich am ersten.

Habe heute zum zweiten (und letzten) Mal im Meer gebadet. Miese Bilanz für so einen langen Aufenthalt. Andererseits: hey, in Berlin ist Winter und ich war zwei Mal im herrlich warmen Indischen Ozean!

Mein Abschiedsessen fällt wegen Grippe des Einladenden ins Wasser. Ein anderer indischer Bekannter meldet sich weder auf sms noch Anrufe. Der vormals so freundliche Kellner schließlich vergisst mich dauernd. Ein anderer nimmt mir den zweiten Sessel fort, da ich ja ohnehin alleine da bin. Blöder letzter Abend, trotz rotem Sonnenuntergang am Meer und anschließendem Feuerwerk vor meiner Nase. Man kann sich auch in Indien einsam fühlen.

Samstag, 15. Januar 2011

Saturday Night Market in Anjuna/Arpora

Sensationell. Da hätte ich schon letzte Woche hingehen sollen. Was für eine Stimmung. Der Nachtmarkt besteht aus hunderten kleiner Shops, Musik, Düften, Lebendigkeit, Faszination. Und obwohl ich für mich nichts zu kaufen finde, vergeht die Zeit wie im Flug. Die Livebands spielen sehr gut, das Essen an den Ständen passt. Alles ist sehr teuer für indische Verhältnisse. Die Cola kostet z.B. 60 statt 20 INR, der Cocktail 250 statt 150 INR. Für Touristen immer noch wenig, aber es nagt am schönen Bild: das ist ein Markt nur für Touristen. Die Händler fragen mich schon gar nicht mehr als erstes, ob ich russisch spreche, sondern quatschen mich grundsätzlich auf Russisch an. Das nervt ein bisschen. Egal. Die Inszenierung ist ansonsten perfekt.
Eine der wenigen Sachen wo ich wirklich sage: Das muss man in Goa erlebt haben.
An der höchsten Stelle des Marktes ist eine Trance-Lounge. Und da geht ab 23 Uhr richtig die Post ab.

Direkt neben dem Schild "no drugs" tanzen die schrägsten Vögel wild im Vollrausch. Sensationell. Der Tänzer mit der herzförmigen Brille und offensichtlich der größten Dröhnung hat auch die beste Kondition. Als er sich auszieht und für mindestens zwei Minuten auf den Händen tanzt (die Füße zackig zur Musik in der Luft) tobt der Applaus und keiner bleibt mehr an der Bar sitzen. Er ist Lieblingsphotoobjekt aller Besucher geworden. Alle rufen wild durcheinander, beginnen an der Bar zu tanzen. Was für eine Party!

Freitag, 14. Januar 2011

brands and no brands

Als ich das leuchtende rote Logo einer Filiale der Pharmakette "Boots" entdecke fällt es mir wie die sprichwörtliche Schuppe von den Augen: Hier macht shoppen (eher: "stöbern") so viel Spaß, weil es eben keine Standardketten gibt. Ich habe hier in Goa bisher weder ein McD, noch eine dieser lausigen Klamottenmarkenoutlets gesehen, die die Fußgängerzonen und Shoppingmalls dieser Welt alle so ersetzbar machen; egal wo man gerade ist, immer das Gleiche. Und nun also ein Boots.
Neugierig schaue ich mal rein: Regale voller Schuhe und Stiefel. STIEFEL? Aaaaaaaaaaaaaah, na klar! "Boots" :-) Der Inhaber hat sich anscheinend einfach irgendwoher den Schriftzug der Kette geklxx-besorgt, keine schlechte Idee!

A propos Marken: Jeden Morgen schaue ich auf ein Hakenkreuz. Der Spiegel in meinem Zimmer ist von der Firma "Swastik Brand" und das steht samt eben jenem Logo fett mitten auf den Spiegel geklebt. Und hinter dem für Deutsche meines Alters doch ungewohnten Zeichen steht noch ein fettes "(TM)"-Zeichen. Wow. Neonazis müssten für ihre Tatoos hier in Indien vermutlich Lizenzgebühren zahlen, cool.

Abends live Musik im "Art Escape", 50m vom Strand. Soul, feinste Sahne, die könnten genau so gut in Berlin spielen. Top Essen, guter Laden. Treffe dort die ExPats wieder, aber die Musik ist zu laut für eine Unterhaltung.
Irgend eine russische Touristin nötigt eine Deutsche auf die Bühne, und siehe da: sie kann tatsächlich exzellent singen, Respekt!

Donnerstag, 13. Januar 2011

Pschologischer Selbstversuch, kläglich gescheitert

Neues aus meinem Appartement. Es knirscht in der Ecke. Ich schaue weg und hoffe, dass ich es bis heute Abend, wenn ich vom Essen zurück bin, einfach vergessen habe.

Mist hat nicht geklappt.

Aber wo genau kam das Geräusch vor ein paar Stunden eigentlich her? Und selbst wenn ich es lokalisierte, das Geräusch ist in der Zwischenzeit bestimmt weiter gewandert. Oder weitergehüpft? Können Geräusche überhaupt hüpfen? Hauptsache sie können nicht schlüpfen. Durch mein Moskitonetz meine ich. So wie dieser Riesenlurch, der war doch bestimmt 20cm lang.

Mittwoch, 12. Januar 2011

Learning by driving

Die wirklichen Gefahren im indischen Straßenverkehr sind nicht der Trubel oder die fehlenden Verkehrsregeln (Chaos reguliert sich ja selbst), sondern sind die des nachts unvermittelt auf der Fahrbahn auftauchenden, unbeleuchteten Beef Steaks (roh), die auf der Straße statt auf der Wiese rumstehen. Baustellen sind ebenfalls grundsätzlich ohne Licht und Reflektoren. Und Wildschweine und Hunde hupen auch nie, wenn sie über die Straße düsen. Und das kommt auf einer 10km langen Strecke ungefähr 3-4 mal vor!

Neues Verkehrsinstrument kennen gelernt: Die Lichthupe. Bedeutet: ICH fahre auf jeden Fall, Du kannst Dir überlegen, ob Du bremst oder gegen mich verlierst.
Machoverkehr hier. Wer rücksichtsvoll ist und andere durchlässt kommt über keine einzige Kreuzung rüber. Mein Roller hat keine Lichthupe :-(

Neues Risiko kennen gelernt. Wenn man mit dem Motorroller mal anhält: Füße dicht an der Maschine lassen, sonst fährt ein anderer Biker drüber. Grrr.

Erfolgserlebnis. Habe meinen ersten Autofahrer geschnitten und auch mal Vorfahrt erhalten. Er hat wirklich für mich gebremst, toll!

Oh Mann, bin ich tief gesunken.

Dienstag, 11. Januar 2011

German Bakery in Benaulim

Hier trifft man alles, vom klassischen deutschen Touri ("Won Kaffee änd won Roll, please"), über den österreichischen Teilzeithippie, der zur Überbrückung der kalten Wintersaison hier ist, bis hin zum gesuchten Verbrecher oder Alimenteverweigerer, der sicher nur mit einem one-way Ticket nach Goa gekommen ist. Eigentlich meide ich im Urlaub Cafés und Restaurants, wo nur Touristen sitzen. Aber zum Frühstück brauche ich einfach Brötchen und Marmelade. Es versucht schon gar keiner mehr hier auf Englisch zu fragen, ob der Platz noch frei ist ("entschuuuuldigens, is do noa frroii? - ah, Servus, ein Wiener Hippie).

Zwei deutsche Expatriates sprechen mich an, die gerade Schwarzbrot kaufen. Wir verabreden uns zum Dinner am Strand, wo noch zwei weitere Expats dazustoßen. Und dann die große Überraschung am Abend: alle super nett! Kein Gemeckere über Land & Leute, wie man es sonst von Deutschen im Ausland gewohnt ist.
Ein unterhaltsamer und sympathischer Abend unterm Sternenzelt! Wir verabreden uns wieder.

Ich muss langsam mal den alten Rat meines Großvaters über Bord werfen: „Der Herr schütz‘ Dich vor Sturm und Wind, und Deutschen die im Ausland sind“.

Montag, 10. Januar 2011

Youuuuuu are not alone

Meine erste Nacht bei offener Balkontür und dafür ohne die nervige Klimaanlage. Als ich nach dem Aufstehen das Moskitonetz vom Bett weghänge sehe ich eine schnelle Bewegung neben meinem Kopfkissen. Die Echse ist locker 15cm lang und hat wohl direkt neben mir geschlafen. Danke fürs nicht-Anknabbern. Wofür brauche ich überhaupt so ein dämliches Netz, wenn es sogar für diese Riesenviecher kein Hindernis darstellt?
Als ich das Küchenfenster öffne, springt eine nicht zu kleine Spinne erschreckt davon.
Resignierend gehe ich auf den Balkon und setze mich in meinen Hängesessel. Fernblick über die Palmengipfel, die aufgehende Sonne, die Fauna weit entfernt. Wenigstens hier bin ich allein.

Sonntag, 9. Januar 2011

Motorbike revival

Mein letzter Versuch war im Alter von 15 Jahren. Und nach zehn Minuten war mir damals klar, dass Motorradfahren nicht mein Ding, ist.

Heute war der große Tag, unerfahren wie ich auf so einem Ding bin, Linksverkehr, indisches Chaos ohne feste Verkehrsregeln: und - es klappte tadellos. Wow. Helm trägt natürlich keiner, ist wohl gegen die Ehre, oder so. Also wenn ich hier plötzlich nicht mehr schreibe, habe ich mich entweder überschätzt, oder den indischen Verkehr unterschätzt, aber morgen werde ich mit dem schönen Roller auch zur Arbeit fahren, das bisschen Berufsverkehr wird schon nicht so schlimm sein.
Mist, das Ding macht tierisch Spaß. Was habe ich die letzten Jahre alles verpasst??

Mein erster Trip führt mich 40 Minuten in den Süden, der Strand heißt Cavelossim Beach, ist wunderschön, flaches Meer, 26°C warmes Wasser, Strand fest in russischer Hand.
Auf der Rückfahrt, nach einem umwerfenden Sonnengang am Strand, war ich froh, einen Helm zu haben: Der Massenmord an indischen Insekten fand so an meinem Visier statt und nicht an meinem Gesicht. Jetzt weiß ich, warum hier abends alle mit Tuchvermummumg herumdüsen.
Im Dunkeln fahren ist russisch Roulette. Spare ich mir künftig. Ein guter Grund, in der nächsten Woche früher aus dem Büro zu gehen.

Samstag, 8. Januar 2011

Goas Geschichte

Heute bekam ich eine Rundfahrt durch die Geschichte Goas spendiert, ein Taxi nur für mich, quer durch die Region. Zuerst ins Museum Ancestral Goa, mit dem historischen Casa Araujo Alvares (aus der portugiesischen Zeit), dann zu einem Gewürzgartenmuseum mit schöner Führung und Lunch. Anschließend zwei katholische Kirchen, zwei Hindutempel und ein bisschen shoppen in Panjim, der Hauptstadt Goas. Ein guter Tag. Nur den angebotenen einheimischen Schnaps hätte ich nicht trinken sollen, war danach nur noch müde...

Freitag, 7. Januar 2011

Ölbad

Die furchtbarste Massage meines Lebens: Gefühlte zwei Liter Olivenöl gleichmäßig auf meinem Körper verteilt, aber von Massage keine Spur. Weil ich eine Masseurin wollte, kostete es 22 EUR für eine Stunde. Ein Mann hätte überall bloß 500 INR (8,50 EUR) gekostet. Nächstes Mal werde ich schauen, ob günstiger vielleicht besser ist. Aber mehr als einen weiteren Versuch werde ich nicht riskieren. Triefend zur „Dusche“ gestolpert, das Zeug ging kaum ab, brrr.
Zur Entschädigung abends ein tolles Dinner am Strand mit Bawa, ein Sikh und Geschäftsmann. 29 Jahre alt. Er betont mehrfach, dass er als CEO einer "multi million company" telefonisch rund um die Uhr erreichbar sein müsse. Ich muss schmunzeln, als ich nachrechne: Sein Imperium macht also vermutlich mehr als 32.000 EUR Umsatz. Trotzdem nicht schlecht: In Indien kann man damit (je nach Branche bzw. Qualifikation) zwischen fünf bis 25 Menschen fürs Jahr bezahlen.

Donnerstag, 6. Januar 2011

Indische Nächte

Auf dem Weg zur Rogers Bar, mit Tischen direkt am Wasser, haben mich wieder sechs oder sieben Menschen richtig freundlich gegrüßt, das tut gut!
Dann: Der Mond spiegelt sich in einem unendlich langen Teppich auf dem Meer, das breite Sternenzelt leuchtet, die Mischung aus dem Lied der brechenden Wellen am Strand und der Klänge der Musikanlagen hinter mir hat fast etwas Symphonisches, eine Art indische Euphonie die ein permanentes Lächeln auf die Lippen zaubert. Inderinnen in wallenden Gewändern wandern am Strand entlang. Auf jedem Tisch steht eine Kerze, unter meinen Füßen Sand, ein leichter Wind.
Ach Indien, warum musst Du so weit von Berlin entfernt sein?

Mittwoch, 5. Januar 2011

Ein ganz normaler Tag

Hupen bedeutet für Fußgänger: "Bitte lieber Fußgänger springe nicht plötzlich zur Seite, wenn ich jetzt mit hoher Geschwindigkeit und mit weniger als 30cm Abstand an Dir vorbei fahre. Sonst müsste ich ja scharf bremsen". Die meisten Fußgänger sind so freundlich und halten sich dran, sie sind der Boss. Wenn allerdings die Autos MICH so knapp überholen finde ich das ziemlich unangenehm. Ich kann aber auch nicht bei jedem Hupen stehen bleiben. Dann würde ich ein Standbild.

Ein nepalesischer Kellner will mich verkuppeln. Kommt eine neue Frau ins Restaurant ist er sofort bei mir und fragt im schönsten Kinderenglisch: "Do you marry her?", und holt anschließend unabhängig von meinem "no" deren e-Mailadressen. Immerhin, er hat's drauf.

Savio hat mir beim Lunch das falsche Essen bestellt: So scharf, dass ich vor Tränen kaum noch etwas sehen kann. Also schnell ein Joghurt geordert und es ging tatsächlich. Essen im Restaurant kostet im Schnitt 2 EUR. Eine kleine Flasche Cola 33 Cent. Finde ich ok :-)

Heute mit einem anderen Fahrer gefahren, der fuhr wie 'ne gesenkte Sau. Will ich nicht noch einmal machen.

Vorhin erfahren, dass mein eigentlicher Fahrer gar nicht Barabarabarakesh heisst. Er hatte mir seinen Namen so gesagt und als ich ihn fragend genau so wiederholte hatte er genickt und "yes" gesagt.
Aber er ist ein Stotterer. Sein Name ist einfach nur "Prakash". Upps.

Musste mir neuen Zucker kaufen. Den alten haben irgendwelche Viecher erobert, trotz Sicherheitsverschluss auf dem Glas. War jedenfalls lebendig geworden dadrin, als ich heimkam. Ab und zu krabbelt auch etwas durchs Zimmer. Ich vesuche, nicht so genau hinzuschauen: was man nicht sieht ist auch nicht da. Will gar nicht, wissen, was für Partys in meiner Wohnung abgehen, wenn ich nicht hier bin, oder gerade schlafe.

Dienstag, 4. Januar 2011

Neuer Name

Mein Vermieter ist wirklich sehr um mich bemüht und führt mich überall herum, zeigt mir die Umgebung, gibt Tipps. Und stellt mich allen Leuten die er kennt vor. Und er kennt das halbe Benaulim. Dummerweise hat er vom Mietvertrag nur den Namen meiner Firma behalten und stellt mich mit diesem überall vor. Das ist zwar ein Frauenname, aber who cares. Ich habe aufgehört, es zu korrigieren und akzeptiere klaglos meinen neuen weiblichen Auftritt. Hätte mein Unternehmen vielleicht besser "Cool Man AG" nennen sollen...

Montag, 3. Januar 2011

Indischer Verkehr

Ich hadere noch mit mir, ob ich mir ein Motorrad leihen soll um mobiler zu sein (mein letzter Vesuch auf einem Moped war allerdings nur einmal kurz mit 15 Jahren…). Jeder hält sich ja für den besten aller Verkehrsteilnehmer, hier bin ich allerdings kurz vorm Kapitulieren: Linksverkehr geht ja noch, in London zu fahren hat mir sogar Spaß gemacht. Und das permanente Hupen traue ich mir auch noch zu. Aber hier fahren die Massen einfach radikal drauflos im Vertrauen darauf, dass die anderen es sehen und bremsen. Die Missverständnisse stehen alle zerbeult am Straßenrand. Die Menschenmengen herum diskutieren stundenlang über den Hergang (oder nehmen es nur als Anlass für einen Kaffeeklatsch?).
Mein Fahrer erklärt mir, warum das System funktioniert, als eine Frau ohne sich umzudrehen oder auf das Hupen zu achten einfach über die Straße geht und wir scharf bremsen müssen: „If I would catch her with my car, probably a 100 people would come out of the houses and beat me up“.

Sonntag, 2. Januar 2011

Strandleben in Benaulim

Wunderschöner Strand, unaufdringliche Verkäufer (die meisten akzeptieren das erste "nein"), viele gemütliche Strandbars und -restaurants. Ein traumhafter Strandspaziergang unter dem Sternenzelt, nachdem die Sonne über dem Indischen Ozean irgendwo hinter Afrika untergegangen war. Wow.

Samstag, 1. Januar 2011

1st Class to Goa

Sylvester in 12km Höhe ist mal eine neue Art, den Jahreswechsel zu feiern. In Heathrow lernte ich Arabell kennen, auch auf dem Weg nach Goa. Und als wir beim Check-In fragten, ob es Plätze nebeneinander gäbe, bekamen wir ein Upgrade auf die 1st class geschenkt, nicht schlecht. Danke, KingFisher Airlines!
Leider schaffte es die Crew nicht, um Mitternacht der gerade aktuellen Zeitzone eine Durchsage zu machen. Also feierten wir zu dritt nach deutscher Uhrzeit das neue Jahr, zusammen mit Matthias aus Bayern, ebenfalls überraschter 1st-Class Neuling. Standesgemäß zur Reiseklasse mit Dom Perignon, und dann gleich fast drei Flaschen (ohne mich... ich genoß derweil einen schönen Whiskey, der viel zu großzügig eingeschenkt war). Fazit: Haute Cuisine Mahlzeiten, dazu Weine, Cocktails, Whiskey, Champagner, alles for free, so dass wir, statt die tollen Liegeplätze zu nutzen fast den ganzen Flug nach Indien an der Bar standen und unser Glück begossen, äh genossen. Als Matthias und ich dann wenigstens für eine Stunde noch unser Luxusbett genießen wollten, begann Arabell durch die Gänge zu tanzen. Die nette Stewardess ertrug es gelassen. Wohl auch ein Erste-Klasse-Privileg...
Was für ein schöner Start ins neue Jahr.
Sicher kein Zufall war es, dass sämtliche Stewardessen aussahen wie Bollywood Star Aishwarya Rai. Leider waren sie alle bis auf eine sehr arrogant, wie wir drei unabhängig voneinander feststellten.

Ankunft in Goa: Ein Hupkonzert sondergleichen. Kannte ich in der Form bisher nur aus Erzählungen. Hier ist die Hupe Kommunikationsform. Hupen heisst: "ich komme", "ich bin jetzt hinter Dir", "ich überhole Dich", "ich fahre an Dir vorbei". Beantwortet werden diese Signale jeweils mit einem eigenen Hupen aller derer, die es hören und eine Hupe besitzen. Leider keine Symphonie.
Das Appartement ist großzügig. Die Straßen staubig und kaum beleuchtet. Hinter dem Haus werden die Ochsen vorbeigetrieben. Rundherum Palmen und exotische Vögel. Bunte Farben allerorts. Indien.

Samstag, 25. Dezember 2010

Weihnachten Plus

Eine so liebe Weihnachtseinladung. Zum Kaffee um fünf. Die Wohnung toll geschmückt, Geschenke für alle, eine festliche Tafel für die vielen Gäste. Und dann ging es plötzlich mit spannenden Gesprächen und unterhaltsamen Rätseln bis um eins in der Nacht. Danke Jürgen, ich fühlte mich sehr geehrt für diese Einladung. Eines meiner schönsten Weihnachtserlebnisse ausserhalb der Familie!

Montag, 20. Dezember 2010

Nie wieder Sale e Tabacchi

Freunde aus L.A. waren ein paar Tage zu Besuch und wollten mich zum Essen in ein gutes Restaurant einladen. Hier die Zusammenfassung:
Der Vorspeisenteller "Meeresfrüchte" kann nicht geändert werden um irgend etwas Nichtfischiges draufzutun. Klar, bei dem Massenbetrieb sind Änderungswünsche eine Zumutung.
Die Kellner einschließlich dem Chef unfreundlich und den ganzen Abend über sehr unaufmerksam.
Ein Kellner musste Nießen. Ungeschützt. Voll auf das vorbereitete Brot und die ganzen Körbe. Nicht, dass er es danach weggetan hätte. Mahlzeit für den nächsten Gast...
Mark und ich nahmen das Rind mit Trüffel für ca. 20 EUR. Wir stellten beide bald fest, dass der Trüffel nicht herauszuschmecken war, sehr schade. Als der Kellner am Schluss fragt, ob es uns geschmeckt habe, teilte ich ihm das mit. Daraufhin fing er übel an zu diskutieren, wir hätten ja das andere Rind mit Trüffel für 30 EUR nehmen können, da sei auch mehr teurer Trüffel drin. Ah ja, der Gast hat also den Fehler gemacht.
Die Weinempfehlung war zunächst gut, als auch die umliegenden Tische unabhängig vom Gericht den gleichen Wein serviert bekamen wurden wir stutzig. Am nächsten Morgen kam die Antwort: Kopfschmerzwein. Oh wie peinlich war mir meine Restaurantempfehlung!
Sale e Tabacchi, seid Ihr von allen guten Geistern verlassen? Hygiene, Service, Qualität und Geschmack Note 6. Ganz sicher mein letzter Besuch bei Euch, wie auch vorsichtshalber beim dazugehörigen Malatesta. Der Name passt übrigens zu Euren Weinen.

Dienstag, 14. Dezember 2010

Fondue mal nicht zu Hause

Fonduerestaurant "Ars Vini" nahe des Zionskirchplatz. Bisher kannte ich Fondue immer nur zu Hause. Wir genossen es, auch wenn es preislich gehoben war und der Wein allenfalls ok war. Barbara, ich war richtig enttäuscht, dass Dir meine Bollywood-DVD beim Schrottwichteln nicht gefallen hat, dabei hatte ich gedacht, dass wenn eine Frau dieses Geschenk zieht, sie begeistert sein würde ;-) Und einer von uns hatte den Begriff Schrottwichteln mangels Erfahrung wörtlich genommen und eine alte Heizstange seiner Waschmaschine als Geschenk mitgebracht. War ihm dann allerdings auch selbst etwas peinlich...

Samstag, 11. Dezember 2010

Ab nach Afrika!

Bilderabend mit afrikanischem Essen bei Freunden, die einen zehntägigen Urlaub zur Minientwicklungshilfe für einen Kindergarten in Gambia nutzten. Genial. Werde ich auch machen. Wer will schon zehn Tage irgendwo blöde am Strand liegen?

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Sauna im Schnee, Sandler mit Schreck

Manchmal tut die Sauna gut, und manchmal sehr gut. Heute war es Letzteres, die Gewölbe-Sauna kommt bei mir direkt nach dem Badeschiff auf Platz 2.
Dampfend im verschneiten Garten zu stehen ist einfach genial, auch wenn ich es nicht wie Martin geschafft habe, mich nackt in den Schnee zu legen...

Auf der Rückfahrt in der U-Bahn habe ich zum ersten Mal im Leben einer Straßenfeger-/Motz-Verkäuferin Geld gegeben. Ich war vollkommen verdattert: Plötzlich stand da eine Frau vor mir, die genauso aussah wie jemand Besonderes aus meinem Leben. Nein, sie war es nicht, aber diese Ähnlichkeit, Halelujah.
Sie passte gar nicht in die Obdachlosenszene, war viel zu fein, intellektuell, ein schönes Gesicht, gepflegt. Unter anderen Umständen hätte ich sie vielleicht auf einen Kaffee eingeladen. Mann, das macht einen ganz schön nachdenklich. Was ist da wohl in ihrem Leben passiert, um hier zu landen?

Ich hätte sie auf einen Kaffee einladen sollen. Schade.

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Harmlose Monster im Liebesfilm

Wieder eine Vorpremiere, "Monsters", und, wie uns der anwesende (sehr sympathische) Regisseur Gareth Edwards erklärt, eigentlich eher ein Liebesfilm. Tatsächlich war die zwischenmenschliche Story die schönere, die paar Außerirdischen nur eine Nebensache. Mit den Erklärungen vor und nach der Aufführung ein spannender Film (insbesondere das Ende war erklärungsbedürftig), ansonsten nicht so mein Ding. Aber der Sekt und das "get-together" danach waren nett zum Kennenlernen.

Dienstag, 7. Dezember 2010

Ja, "Was will ich mehr"?

Erotischer Film im Moviemento (Vorpremiere). Der Titel spiegelt schön das Hin und Her einer Affäre -wie im richtigen Leben- wider. Gut gemacht, hautnah sozusagen, mir aber ein wenig zu traurig, eher eine exzellente Doku mit grandiosen Bildern und sauber erzählter Story. Aber selbst das Happy(?) End war recht melancholisch. Die eher sparsam dosierten erotischen Szenen im Film waren allerdings teils unglaublich schön. Trotzdem: ich gehe lieber fröhlich aus dem Kino raus.

Montag, 6. Dezember 2010

SO36 Science slammed

Poetry Slam auf wissenschaftlich. Weniger unterhaltsam, als gedacht. Nächster Versuch bitte.

Sonntag, 5. Dezember 2010

Romantischer Weihnachtsmarkt

Mit Sicherheit der beste Weihnachtsmarkt Berlins: der Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt. So viele einzigartige Stände, die es auf anderen Märkten gar nicht gibt, eine fast wehmütig schöne, romantische Kulisse, dieses Jahr in schönstem schneeweiß, Glockengeläut. Ach ja, das kann man eigentlich nur schwerverliebt aushalten, ohne dabei schwermütig zu werden...

Samstag, 4. Dezember 2010

Afrikanische Rhythmen

Hey, schönes Konzert im Afrikahaus. Das ging ins Blut. Gut besucht und schon zur Halbzeit standen die Zuschauer entweder auf der Bühne oder sonst irgendwo zwischen den Tischen und Stühlen und tanzten ekstatisch mit. Da wurde neben der geniale Musik auch die Kultur transportiert. Gerne wieder.

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Eisstockschießen am Marlene-Dietrich-Platz

Eigentlich eine Mordsgaudi, nur bei -13°C und scharfem Wind, wird der Spaß auf der Eisbahn zur Herausforderung. Dick eingepackt wagten wir es dennoch (nach drei Absagen nur noch zu fünft), die drei Glühweine waren wirklich nötig, jedoch auch klar zu viel für mich... Aber lustig war's!
Bei 10° mehr auf dem Thermometer auch sicher gerne wieder.

Samstag, 27. November 2010

Weinmesse zum Weinen

Die WeinBerlin 10 war eine herbe Enttäuschung. Im Jahr zuvor noch groß im Rathaus Schöneberg, nun arg verkleinert, zu wenig Tiefe, zu viel Breite, im dbb-Forum an der Friedrichstraße. Ein bisschen mehr Fokus täte gut. Aber bei 1.000 EUR Standmiete für einen winzigen Tisch muss mal wohl jeden Winzer von irgendwo auf der Welt nehmen, der das zu zahlen bereit ist.

Freitag, 26. November 2010

Mitternachtssauna in Neukölln

Herrlich, das Jugendstilambiente, Kerzen ums Schwimmbad und dieses Mal ausgesprochen angenehmes Publikum. Früher lief noch gregorianische Musik im Hintergrund, was duch die hohe Kuppel und die Säulen sehr erhebend wirkte. Allison Crowe würde sicher auch gut passen. Leider zu wenig Ruheplätze, ein chronisches Problem hier.

Mittwoch, 24. November 2010

Edith Schröder die 4.

Schon letztes Jahr hatten wir uns vorgenommen, beim nächsten Mal ein Jahr auszusetzen. Chance verpasst. So saßen wir also bei der Premiere zum vierten Mal in Ades Zabels Weihnachtsshow und konnten die Gags fast schon mitsprechen. Nett war's schon, auch einiges Neues, aber der Anteil der bekannten Szenen war einfach zu hoch. Schade, aber selbst schuld. Nächstes Jahr dann wirklich nicht mehr :-) Anfängern ohne Niveau-Schmerzgrenze* sei's jedoch sehr empfohlen!

*Meine Mutter würde mich zur Adoption freigeben, wenn ich sie zu so etwas mitnehmen würde...

Sonntag, 7. November 2010

Lübeck lebt

Ich war zum ersten Mal in dieser schönen Stadt, echte Bildungslü(be)cke. Ein sehr sympathisches Wochenende mit herrlichem Strandspaziergang. Hoffentlich bald wieder.

Donnerstag, 4. November 2010

Geschichtsstunde ohne Höhepunkte

"Die deutsche Geschichte an einem Abend" sollte unterhaltsam die letzten 2000 Jahre auf der Bühne zusammenfassen. Ein netter Versuch, aber leider war der Name der Crew ("Unter Niewo") Programm. Nicht wirklich schlecht, aber keinesfalls das Eintrittsgeld wert.
Echtes Highlight allerdings: Ein Sketch mit verballhornten Städtenamen.

Dienstag, 2. November 2010

English Comedy

Seeeeehr witzig und kein bisschen politisch korrekt, die English Comedy Night im Club-Kookaburra. Da kommt man gerne wieder!

Mittwoch, 27. Oktober 2010

nicht-Begegnung der dritten Art

Wow, es gibt auch stalkende Frauen, die einen zum Treffen einladen, dann ohne Absage nicht erscheinen, mit einem üblen Mail erklären, dass die Wahl des Treffpunktes so unseriös gewesen sei (edle Hotelbar mit Blick über die Stadt, 4-Sterne-Superior) und nebenher noch fallen lassen, dass sie von mir den vollständigen Namen ergoogelt haben (=eine Drohung? Keine Ahnung).
Psychos gibt's... echt unheimlich.

Sonntag, 24. Oktober 2010

GWSW

Brilliant, wie eigentlich immer.

Samstag, 23. Oktober 2010

Pfui

Nichtsahnend traf ich mich mit Freunden in der Gainsbourg Bar am Savignyplatz. Eine Raucherbar. So etwas gibt es noch?! Es weckte Erinnerungen an die schlechte alte Zeit, als man beim Ausgehen von der dicken Luft dauernd heiser wurde und die Klamotten am nächsten Tag furchtbar stanken.
Auf Nimmerwiedersehen.

Freitag, 22. Oktober 2010

Jazz in den Ministern

Wie jedes Jahr: eine geniale Veranstaltung. Leider mit Abzockfaktor (der Vorkauf wurde gestoppt, damit mehr Karten à 20 EUR an der Abendkasse weggingen).
Die Auswahl der Bands aber größtenteils exzellent. Hessen schwächelte dieses Mal, dafür Brandeburg/McPomm exzellent. Besonders überraschend: eine Schüler-Big-Band "Big Brass" mit einer überragenden 16jährigen Sängerin Ayanda Rogge. Mich langweilen Bigbands normalerweise, hier aber die echte Ausnahmeband, wow. Ebenfalls top: Kitchengrooves.

Montag, 18. Oktober 2010

Sex im Liquidrom

Zur Eröffnung meiner Saunasaison noch einmal ein Besuch im Liquidrom. Da ab nächsten Monat der Eintrittspreis für die Tageskarte auf lächerliche 30 EUR angehoben wird (man kann trotzdem nicht mit VISA bezahlen), werde ich künftig wohl nicht mehr so oft herkommen.
Erst einmal eine schnelle Analyse: Von 20 vorbeilaufenden Personen haben 16 Bademantel plus Badekleidung drunter an, 80% Schamfaktor.
Wie gehabt: Das ist hier keine Sauna, sondern ein züchtiges Schwimmbad mit diskret angeschlossener Saunakabine für die ganz Mutigen.
Im Schwebebad ein lärmende Horde von planschenden Männern, das Schild "bitte Ruhe" haben sie überlesen, das Personal stört es nicht.

Ach ja, die dicke Überschrift: nein, ich hatte keinen Sex im Liquidrom, dafür aber an diesem Abend mehrere sehr nette Menschen dort kennen gelernt.
Da aber die mit Abstand meisten Zugriffe auf diesen Blog über Google mit der Suche nach "Sex im Liquidrom" kommen, muss das für ziemlich viele Besucher ein Thema sein... An diese hier also ein Tipp: ja, es gibt dort mehrere ruhige Ecken. Aber seid so nett und tut es nicht im Wasser, weil dort auch andere Menschen reingehen. Das finde ich einfach nur ekelig.

Freitag, 15. Oktober 2010

Allison Crowe live in Berlin

Schon Billie Woods im Vorprogramm sang sehr gefühlvoll. Dann Allison Crowe: Eine unglaubliche Stimme, eine umwerfend sympathische Frau. Und quasi ein Privatkonzert mit knapp 60 Gästen in der gemütlichen Osterkirche. Als zum Abschluss Leonard Cohens Hallelujah durch die heiligen Hallen donnerte blieb sicher niemand mehr ohne Gänsehaut. Ein Erlebnis der besondere Klasse. Irgendwann wird sie hier wahrscheinlich nur noch in Stadien auftreten. Die Stimme würde dafür allemale reichen :-)

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Lovely Hasenheide

Premiere eines Dokumetarfilms. Warum gehe ich da nur hin?
Naja, vielleicht ist er ja gut. Und? Hammer!
Für jeden Berliner ein Genuss. Eine wunderbare Ode an Neukölln mit Witz, gut gesehenen Bildern, einem roten Faden, der so auf ganzer Linie gefällt und wirklich ganze 72 Minuten lang Freude macht.
Seelig verlässt man das Kino, ich wusste es schon lange: Berlin ist die Stadt.

Sonntag, 3. Oktober 2010

mit Freunden feiern

42 Gäste kamen zu meiner Geburtstagsparty und es war wieder die wahre Freude zuzusehen, wie alle, auch die, die kaum jemanden kannten, sich augenscheinlich glänzend unterhielten, miteinander lachten, flirteten.

Samstag, 25. September 2010

Hollywood, Uganda oder Kleinknippersdorf?

Lesung und "Performance" im nbi (Kulturbrauerei). Erlebnisse einer Journalistin im Rahmen ihrer Reportage zum Thema Kriegsverbrechen. Unterhaltsam präsentiert.

Es war nicht so geschmacklos wie es klingt. Aber der Hollywood-Tratsch war wohl nur für geübte Glamour-Leser verständlich. Die Performance bestand aus dem gelegentlichen auf-den-Boden-Werfen einzelner Klatschmagazine. Mitunter ein paar nette Anekdoten. Das Leid der Kindersoldaten in Unganda und die jahrelange Untätigkeit der westlichen Welt kamen leider zu kurz.

Sonntag, 19. September 2010

Schmales Nachtcafé

Mal wieder bei Tanjas Nachtcafé, leider nur in reduzierter Besetzung und ohne Lesung, aber nichtsdestotrotz ein schöner Abend: Julia Luis singt wirklich wunderbar (und sieht auch noch verdammt gut aus :-); der Kontrabassist Akki Schulz überzeugte mit überraschenden Klassikadaptionen und einer (für mich) sensationellen Rio Reiser Interpretation von "Nur dich". Beide werde ich mir bei Gelegenheit sicher noch einmal anhören.

Donnerstag, 9. September 2010

The Funk Family again

Wieder einmal in der Kulturkantine, Funk vom Feinsten. Musiker und Publikum schwebten auf einer langen, langen Wolke oder auch in anderen Sphären. Zwei Stunden lang saß ich dort, konnte nicht aufhören mitzuwippen und hin- und herzuwackeln. Zwei Stunden mit einem Dauerlächeln im Gesicht. Danke!

Mittwoch, 8. September 2010

Reichstagskuppel

Sieben Jahre habe ich gebraucht, um nun endlich mal hochzugehen (und das auch nur mit einer Einladung zum Frühstück im Käfer, das lange Anstehen hätte mich sonst weiterhin abgeschreckt). Tolle Aussicht!!! Auch im Restaurant, aber das personelle Klima dort ist mir zu steif.

Montag, 6. September 2010

Wein & Musik?

Da wollten wir drei beinahe-Musikerjungs doch endlich mal gemeinsam einen Pianoabend einlegen. Und dann kam uns der köstliche Hauswein im Café Nö dazwischen. Toller Wein, tolle Trüffelpasta, durchschnittliche Cocktails, gute Stimmung... Keine gute Grundlage, um nachher noch sinnvoll in die Tasten zu hauen.
Nächstes Mal also besser ohne Umweg gleich ans Klavier...

Sonntag, 22. August 2010

alten Biergarten entdeckt

Ein durchwachsener Sonntag, mehr als eine halbe Stunde radeln macht keinen Spaß, das reicht heute also nur bis Tempelhof. Tempelhof?? Der Blackberry schlägt einen Biergarten vor, wow! Ein Biergarten in dieser Ecke? Und dann: Auf einem kleinen Berg gelegen, hübsch zwischen alten Bäumen, etwas morbides Ambiente, der Zahn der Zeit nagt hier beträchtlich, dazu günstige Getränkepreise und leckeres Essen.
Fazit: Die Bergterrasse Marienhöhe ist ein idealer Biergarten für den Berliner Kurzausflug.

Freitag, 6. August 2010

Golfen doch nur für Reiche?

Was für eine Abzocke! Wir waren zum Golftraining im GC Seeburg verabredet. Rangefee 8,- EUR, Bälle gibt es nur als 10er Karten (25,- EUR). Dazu eine wirklich olle Ausstattung und schlechte Öffnungszeiten. Das einizige Highlight ist das Restaurant.
Leute, Leute, so bekommt Ihr den Laden nicht voll, schaut Euch lieber mal die Konkurrenz in der City an. Statt für 33 EUR kann man dort für 6 EUR trainieren. Wer fährt da noch raus nach Seeburg??

Samstag, 31. Juli 2010

Paddeln in Werder

Wow, Werder sieht ohne Baumblütenfest ja ganz anders aus... Eine Paddeltour rund um die Insel hilft einem, die Seele baumeln zu lassen. Dann erholten wir uns, erschlagen von der schönen Plackerei, beim Picknick auf der grünen Wiese. Zum Abschluss in den Biergarten direkt am Wasser, bis die Mücken kamen. Ein schöner Tag!

Freitag, 30. Juli 2010

nicht eingeschlafen

Die Fahrt mit dem BVG-Bus ging an ewig-langen Baustellen vorüber. Das kleine Mädchen auf dem Sitz neben mir wurde nicht müde, ihrem Vater aufzuzählen, was dort vermutlich gerade gebaut wird:

"vielleicht ein Brunnen?"
... "mmh ja, kann sein" brummt der Vater

"oder ein Hochhaus?"
..."mmmh"

"oder ein Krankenhaus?"
..."mmmh"

"oder vielleicht eine Burg?"
..."mmmh"

"oder ein Arbatus?"
...Vater: "was ist denn ein Arbatus?"

Pause.

sie kleinlaut: "weiß ich nicht"
...der halbe Bus brach daraufhin in schallendes Gelächter aus :-)

Donnerstag, 10. Juni 2010

Wehmütiges Grillen

Grillen mit Freunden auf dem Tempelhofer Flugfeld. Ein grandioser Blick in die Ferne, ein lauwarmer Sommerwind, ein berauschender Sonnenuntergang. Dieser Platz ist ein Geschenk für die Berliner. Aber der Verlust des Innenstadtflughafens ist und bleibt eine politische Dummheit ersten Grades, gekennzeichnet durch die kurzfristigen Denkhorizonte lokaler Politiker ohne Vision und Rückgrat.

Freitag, 4. Juni 2010

Mozart rocks

Ensemble Oriol Berlin in der Philharmonie. Obwohl mir Mozart meist zu verspielt ist, wagte ich den Besuch. Eine gute Entscheidung, um mal wieder ein zu pauschales Urteil über Bord zu werfen. Die Auswahl der Stücke war perfekt, der musikalische Genuss überragend. Oriol werde ich mir merken. Mozart kommt zurück auf die Hörbar-Liste.

Samstag, 22. Mai 2010

Karneval & Chopin

Wer musste Chopins 200. Geburtstag ausgerechnet auf den Karneval der Kulturen legen? Die Verantwortlichen sind vermutlich schon lange tot, und die HfM hätte ihre "Chopin Konzertnacht" ruhig auch auf den 18. Mai legen können, OK, dann vielleicht mit ein paar zusätzlichen Stücken in memoriam Gustav Mahler. Nun, man entschied anders, und so kam ich noch zu wundervollem Klavierkonzertgenuss, bevor ich (wie schon am Tage zuvor) in den musikalisch doch recht konträren Karneval der Kulturen eintauchte. Wer in Berlin ist und dieses Festival nicht erlebt, hat das Jahr verpennt.

Freitag, 21. Mai 2010

Spargel, Sex und Schonsons

Premiere in der Ufa-Fabrik: EMMI & HERR WILLNOWSKY gaben sich mit "STAYING ALIVE IN CONCERT" die Ehre. Die Gürtellinie markierte die obere Grenze des Humors. Witze erzählen war doch in den 80er-Jahren "in", oder? Egal, denn sie waren wirklich richtig gut! Und auch die Lieder mit poetischem Wortwitz und in schöner Story verpackt, ein gekonntes Spiel mit dem Publikum: Ich gebe Note 1.
...für alle, denen Ades Zabel ein wenig zu trashig ist, aber die Richtung gefällt: unbedingt hingehen!

Donnerstag, 20. Mai 2010

Say What im Rickenbackers

Coverband mit Livemusik vom Feinsten, nächstes Mal bin ich sicher wieder dabei!

Donnerstag, 13. Mai 2010

Kulturkantine. Musik über den Dächern der Stadt

The Funk Family: funkig, jazzig, bluesig - genau meine Mu_sik :-)

Dienstag, 11. Mai 2010

Kiezbingo

Mensch Inge, Mensch Borg, ach Gisela. Ich liebe Eure Abende im SO36. Aber heute ward Ihr echt schlecht drauf. Das arme Mädel, das sich weigerte, ihr T-Shirt auszuziehen, wird sicher nie wieder freiwillig auf die Bühne kommen. Zahnlose Abende sind auch nix, aber ein Hauch mehr Feingefühl täte manchmal gut.

Montag, 10. Mai 2010

Der revolutionäre Traum von einer schönen neuen Welt

Die "4.Revolution". Fast live im ACUD-Kino. Welches die anderen drei Revolutionen waren blieb mir unklar. Das Rad, der Buchdruck, der iPod?
Ein Dokumentarfilm, der vieles verspricht, aber kaum belegt. Immerhin, ein schöner Traum von einer besseren Welt, die doch so einfach zu erreichen wäre. Ohne Fachmann zu sein: es wirkte sehr einseitig (Kurzfassung: Weltverschwörung der Energiekonzerne, um die erneuerbaren Energien zu verhindern). So wie Michael Moore's "Dokumentationen" regelmäßig das Qualitätskriterium der Objektivität fehlt, ist die sogenannte vierte Revolution ein unterhaltsamer Werbefilm, der einen durchaus motivieren kann, der chinesischen Solarindustrie ein paar Solarmodule mehr abzukaufen. Die Richtung stimmt schon, die Methode nicht.

Donnerstag, 22. April 2010

O-Ton, o-riginell

Neues Theater mit neuer Idee, schräg & sehenswert: "O-Tonart". Der Ton kommt vom Band, die Schauspieler als Marionetten der Technik. Schön geschnitten, gut gespielt, unterhaltsam! Manchmal wünschte ich mir mehr Textsicherheit, der perfekten Illusion halber. Die züchtige Nacktszene nach der Dusche: superb. Das Finale mit der Szene im Restaurant: absolute Spitzenklasse!

Sonntag, 18. April 2010

tempus fugit

Hey wie schön, auf Bitten meiner Mutter begleitete ich sie als Überraschungsgast zu einer Geburtstagsfeier alter Familienfreunde im Rheinland, die ich alle seit 25 Jahren nicht mehr gesehen hatte. Trotz aller zeitlicher Distanz: es war ein wunderbares Gefühl, die zwar gealterten, aber dennoch altbekannten Gesichter wiederzusehen. Ein Sprung in die Kindheit, ein wundervolles vertrautes Gefühl, als habe man vor kurzem erst mit den Kindern der Jubilare gemeinsam im Garten gespielt.
Zum Abschied sagte mir schließlich das Paar (80 und 82 Jahre alt):
"Schön, dass wir uns noch einmal gesehen haben".

Selten brachte mich ein offenes Wort so brutal in die Realität zurück.

Danke für diesen unersetzbaren Tag. Und für die Lektion.

Montag, 5. April 2010

Doktor, seltsam

Ostermontagsbrunch. Dr. Seltsam kam extra an die Tische der Speisenden und verkündete "politisches Kaberett". Es folgte bierernste (und noch nicht einmal interessante) Diskussion über Palästina & Co. Einziger Höhepunkt: eine Altkommunistin im Publikum, lautstark protestierend, als Stalin ihrer Meinung nach zu schlecht weg kam ("Vielfacher Mord? Können Sie das beweisen? Wo steht das geschrieben? Sie haben ja keine Ahnung!").
Der Doktor machte seinem Namen alle Ehre. Eine Empfehlung zum Wiederkommen war's leider nicht.

Mittwoch, 24. März 2010

Oper, komisch

Endlich habe ich es mal in die Komische Oper geschafft, sonst hatte sie immer gegenüber der Staatsoper verloren. Schwanengesang mit Dietrich Henschel, was heißt: schöne Schubert-Lieder, die wirklich verzauberten. Wie immer fehlt mir die Auffassungsgabe für die Wahrnehmung der intellektuellen Tiefenebene, die nur der Profikritiker zu erkennen vermag, dieses Mal: die Vielfalt der surrealen Elemente. Ah ja. Für mich war's einfach schöne Musik mit meist passenden, harmonischen Hintergrundbildern.
Die Komische Oper hat eine interessante Akustik! Überhaupt: auch wenn man es vom Hörensagen schon weiß, der überprächtige 100 Jahre alte Innenraum, der im krassen Gegensatz zur billig-modernen Fassade steht, lässt einem den Atem stocken. Wenn also nicht gerade eine Skandalinszenierung auf dem Programm steht: erlebenswert.

Dienstag, 23. März 2010

Geliebte Quasselstrippen

Saß heute mit zwei Mädels in der Sauna auf dem Badeschiff. Die hatten sich soooooo viel zu erzählen, die ganzen 15 Minuten haben sie non-stop durchgequatscht. Mit den Händen. War echt eine Freude, den beiden Gehörlosen zuzusehen und gleichzeitig vollkommene Ruhe in der Saunakabine zu haben. Am besten fand ich, wenn die eine weiter "erzählte", während die andere gerade mal nicht hinschaute. Da muss dann doch irgendwie ein Stück in der Kommunikation fehlen? Hätte gerne gefragt, wusste aber nicht wie - schade. Aber ein sympathisches Erlebnis.

Montag, 22. März 2010

"Zwischen Himmel und Erde"

"Interessanterweise wirken alle Abgänger der Steiner-Schule gleichzeitig traumatisiert und nostalgisch gegenüber der schönen, von der harten Wirklichkeit abgeschirmten Schulzeit. Alle waren so nett, hilfsbereit und kreativ. Doch spätestens, wenn man die Schule verlässt, holt einen die Realität schnell wieder ein." [Outnow.ch].
Wow. Eine der wenigen Dokumentationen, die ich richtig spannend fand. Vielschichtige Perspektiven in Meinungsbild und Kameraführung. Ein verdammt guter Film, der nachgeht.

Sonntag, 21. März 2010

Tanjas Nachtcafé im Aufsturz

wieder ein wunderschöner Wochenausklang. Dieses Mal mit einfühlsamen Chansons von Corinne Douarre, unterhaltsamen Liedern von Jan Koch, sowie einigen anderen. Könnte man eigentlich jeden Sonntag hingehen.

Samstag, 13. März 2010

Interesting Berlin

Spannender Abend im Heimathafen Neukölln: Da stehen nacheinander 16 Menschen auf der Bühne und erzählen einfach drauflos. Jeder nur zehn Minuten. Der Rentner, wie aufregend es ist, Bienen in Berlin zu züchten. Der Forscher, wie Asteroiden auf die Erde kommen. Der DJ, wie er ohne Vorkenntnisse einen spannenden Film gedreht hat. Die Barfrau, was sie für schöne Gedichte geschrieben hat, wenn kein Gast kam. Der Chorleiter, der gleich sagt, er will in seinen zehn Minuten gar nichts erzählen, sondern nur vom Publikum, dass es mal eben aufsteht und ein bisschen mit ihm singt. Und die Hobbyfahrradrestaurateurin, die erzählt, wie sie ab und zu alte Fahrräder klaut (und dass es dazu brandenden Applaus gibt, das gibt es auch wirklich nur hier in Berlin...).
Nächstes Jahr garantiert wieder!

Donnerstag, 11. März 2010

1. Berliner Krimimarathon

Abwechslungsreicher Abend, zwischen den Krimistückchen gute Musik von Martin (hätten ruhig ein paar Lieder mehr sein können).
Da werde ich wohl Wiederholungstäter.

Donnerstag, 4. März 2010

Das Anti-Liquidrom

Heute mal wieder die Sauna auf dem Badeschiff besucht. Ich mag die uneitle Atmospähre hier. Und siehe da, als zwei Besucherinnen im Badeanzug in die Kabine gehen wollen, werden sie vom Bademeister wieder herausgeholt: "Saunieren nur textilfrei erlaubt". Welch gelungener Gegenentwurf zum verklemmten Liquidrom.

Seltsamerweise war es ziemlich leer, ich kenne das Badeschiff nur voll bis sehr voll. Vermutlich haben viele noch in Erinnerung, dass es vor einigen Wochen bei den richtig tiefen Aussentemperaturen im Ruheraum nicht mehr ausreichend warm wurde. Aber bei +/- 0°C draußen ist es drinnen perfekt. Nur dem Schwimmbad fehlen, wie immer, zwei bis drei Grad zum vollendeten Schwimmerglück.

Nachtrag 7.3.10: Sonntag wieder da gewesen, gut gefüllt, Schwimmbeckentemperatur erträglicher, Publikum unterhaltsam ;-)

Samstag, 27. Februar 2010

Die Welt lächelt

Ist das der Frühling, oder liegt es nur an meiner guten Laune? Ich habe den Eindruck, dass mich momentan die ganze Welt anlächelt. Heute beim Schwimmen, dann beim Einkaufen, einmal auf der Straße, am Abend im Konzert und dann im Restaurant danach, auch gestern Abend im Café und anschließend in der Komödie am Kurfürstendamm: so viele Menschen haben mich, glaube ich, in meinem ganzen Leben noch nicht in so kurzer Zeit angelächelt. Wahrscheinlich ist es ein Geben und Nehmen, man strahlt aus, was man von seiner Umwelt bekommt. Es beschwingt und ist ein Gefühl wie verliebt sein...
Das macht irgendwie süchtig. Wie kann man diesen Prozess bloß permanent in Gang halten?

Dienstag, 23. Februar 2010

Zwangsstörung vom Feinsten

Monk. Selten so gelacht. Er und elf andere Geschworene sind in einem Raum eingeschlossen, alle an Händen, Füßen, Mund verschnürt/verklebt und an den Sesseln festgezurrt worden von einer Gangsterin.
Monk (der die anderen Geschworenen natürlich bereits seit endlosen Stunden genervt hat) gelingt es, vom Tisch mühselig ein Messer zu ergreifen. Ein begeistertes wild-durcheinander-Raunen geht durch die Runde der Geknebelten. Monk hoppelt mit seinem Stuhl, das Messer in der Hand zur nächsten gefesselten Geschworenen, alle freuen sich auf die nahende Rettung ("mmpf, mmpf")....er hoppelt an ihr vorbei und weiter zum Fenster um mit der Spitze des Messers die Jalousie gerade zu richten, die schon die ganze Zeit schief hing.
Das darauf folgende entsetzte mmpf-mmpf-Geschrei der anderen Gefangenen war einfach göttlich :-)))

Samstag, 20. Februar 2010

Auf dem Weg zum Weltmeister

Hmm, Platz 5 ist doch schon mal etwas. Mein erster sportlicher Erfolg des Jahres. Und es hat tierisch Spaß gemacht. Die Kneipengolf-WM im Café Moab und dem Theaterdock. Mann muss es einfach gesehen haben, mit wie viel Liebe & Phantasie dort über mehrere Etagen verstreut 18 Minigolfbahnen aus Autofelgen, Goldfischaquarien, alten Türen und Blechdosen gebastelt worden sind, himmlisch!

Mittwoch, 17. Februar 2010

6. politischer Aschermittwoch (Arena Berlin)

Schade, schade, schade.

Politisches Kabarett verkürzt auf: Westerwelle ist blöd. Und Merkel auch. Und, ach ja, Stoiber und Oettinger ebenso. Und Westerwelle, falls wir den nicht schon mehrfach erwähnt haben.
Politisch einseitig ist das Eine, kann ja trotzdem unterhaltsam sein, aber der Unterschied zwischen politischem Kabarett und platten politischen Meinungsäußerungen ist, dass beim Kabarett der Pointe eine Geschichte vorangeht. "Westerwelle ist blöd" ist so nicht witzig, auch wenn das Publikum mehrheitlich dazu klatscht.
Horst Evers unpolitisch, aber dafür nur mit schon bekannten Texten.

Mal schauen, was ich heute im Fernsehen verpasst habe...

Sonntag, 31. Januar 2010

GWSW

...war mal wieder genial. Die einzige Soap in meinem Leben.

Dienstag, 26. Januar 2010

Ole Lehmann & Rainer Bielfeldt in den Wühlmäusen

Sehr unterhaltsamer Abend ohne Längen - wenn man keine Niveau erwartete... Aber definitiv lag dieses Nichtniveau immer noch Lichtjahre über dem einer Ades-Zabel-Show ;-)
Von Bielfeldt würde ich gerne mal mehr hören, einfühlsamer Komponist, genau auf meiner Wellenlänge (...musikalisch meine ich).

Samstag, 23. Januar 2010

Italienischer Abend

Mit Freunden kocht sich's doch am besten. Und wenn von neun Genießern der selbstgemachten Pizza und des guten Weines der erste erst morgens um 2:30 nach Hause gehen will, ist das ein schönes Zeichen, wie viel Freude allen dieser Abend gemacht hat.

Donnerstag, 21. Januar 2010

Urlaubshitliste

1991: mit einem uralten Fiat500 in die Ukraine: tolle Menschen kennen gelernt. Dass es einige Male sehr gefährlich geworden war, wurde uns erst hinterher klar.
1998: zwei Wochen zum Kajaken in Polen: mit 13 Polen durch den wildesten "Urwald", tagelang keine anderen Menschen gesehen, sensationelle Erfahrung.
2001: Denver,CO: PPL-A-Ausbildung gemacht....an dem Spruch "nur fliegen ist schöner" ist definitiv etwas dran...
2006: Brasilien mit so vielen sympathischen Begegnungen, allein der Lebenslust der Menschen wegen könnte ich dort jederzeit wieder hinfahren.

Mittwoch, 20. Januar 2010

Sauna for beginners

Ich geb's zu. Ich war im Liquidrom. Und zwar nackt. Den ungeübten Saunagänger mag das nicht wundern, der Profi staunt.
Das Liquidrom. Die erste Sauna im deutschsprachigen Raum, bei der man sich blöd vorkommt, wenn man textilfrei herum läuft. Selbst für die 5 Meter von der Saunakabine bis zum Hot-tub im japanisch gestalteten Innenhof ziehen sich die meisten schnell wieder verschämt die nass-kalten Badesachen über, zum duschen schnell wieder aus und wieder an. Für die Ruheliege ein Wechsel in trockenere Kleidung, und so fort. Ist eigentlich amüsant von der eigenen Liege aus zu betrachten, wenn nicht die Masse der Umzieher der Minderheit der Umziehverweigerern das seltsames Gefühl gäbe, dass sie diejenigen seien, die etwas falsch machten.
Herdentriebsphänomen...
Dass das Schwebebecken nur textil beschwebt werden soll mag ja noch gute Gründe haben, aber für den Rest der Anlage ist das keine entspannte Saunaatmosphäre, sondern wirkt ziemlich verkrampft.

Sonntag, 10. Januar 2010

Mehringhoftheater

Kabarettistischer Jahresrückblick mit Horst Evers & Kollegen.
Ich bedauere alle Menschen, die an diesem Abend irgend etwas Anderes machen mussten, statt im Mehringhoftheater zwei Stunden lang herzhaft zu lachen und glücklich zu sein.

Samstag, 9. Januar 2010

in der Bäckerei

Ein wunderbares Erlebnis ist es jedes Mal, wenn ich (und alle anderen Kunden dort ebenfalls) morgens in der Bäckerei mit einem strahlend-fröhlichen Lächeln begrüßt werde. Da MUSS man doch gleich am nächsten Morgen wieder kommen.
Warum stellen nicht alle Bäcker (Händler prinzipiell) nur fröhliche Menschen im Verkauf ein? Würde sicher den Umsatz dramatisch steigern.

Und auch auf den Straßen glücklichere Gesichter zur Folge haben...

Freitag, 8. Januar 2010

Tacklecrag

Wenn ich jemanden seufzen höre "Das Leben ist hart",
bin ich immer versucht zu fragen: "Im Vergleich wozu?"
[Sydney J. Harris]

Donnerstag, 5. März 2009

Heute kam eine alte Studienfreundin aus Österreich zu Besuch, wir hatten über zwölf Jahre nichts voneinander gehört, redeten neun Stunden am Stück, über alle denkbaren Themen. Was für für ein schöner Moment, wenn eine so lange Pause einer alten Freundschaft nichts anhaben kann, ein toller Tag!

Sonntag, 1. März 2009

Gerade gelesen:
"Motto des Tages: Heute ist ein guter Tag, um Freude zu verbreiten."
Gefällt mir. Ist nicht so egozentriert wie das übliche "carpe diem".