Montag, 9. Juni 2014

Der Morgen danach

Die Sonne sang ihr helles Lied im munteren Zwiegespräch mit den tausend Spatzen vor meinem Balkon. Ein leichter Windhauch umwirbelte meine Nase und machte die frühe Hitze erträglicher. Dann setzte Sie sich an mein Klavier und begann zu spielen. Eine Zauberei russischer Romanzen, herzzerreißend in ihrer besonderen Melancholie. Noten schwebten neugierig, fast tastend, durch die Luft und zerplatzen wie kleine Seifenblasen in meinen Ohren. Traurige Töne erfüllten den Raum, den bis eben nur der frische Kaffeeduft bewohnt hatte und ließen unsere Gedanken in eine andere Welt abgleiten. Ein wohliger Moment ohne Zeitgefühl. Ein melancholischer Moment. Ein schöner Moment. Beruhigend. Hoffnungsvoll. Wirklichkeitsverachtend. Leise Lächelnd.

Die Musik hallt nach. Das Thermometer zeigt bereits jetzt 26°C und dennoch war es bis eben so warm und gemütlich hier. Vorbei und aus.

Ein kurzes Lächeln, ein letzter Gruß, Adieu.

Wir sind ja erwachsen.

Aber doch nicht immer.

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