Mittwoch, 24. April 2013

Musikalischer Volltreffer



Preisträgerkonzerte sind oft angenehm kurzweilig. Die Gewinner eines Wettbewerbs spielen ihre besten Stücke, bevorzugt solche, die auch gut beim Publikum ankommen und langweilige Sätze und Passagen, wie sie in den meisten Werken irgendwo vorkommen, finden in der Regel keinen Platz auf solchen Veranstaltungen. Also ein Grauen für jeden orthodoxen Klassikfan aber hervorragend geeignet für Klassikradiohörer wie mich.
Das Konzert der Preisträger des Dussmann-Musikwettbewerbs war unter den Musikabenden dieses Typs dann aber noch einmal ein besonderes Schmankerl: Während man bei vergleichbaren Konzerten die musikalischen Fähigkeiten der Kinder (und vermutlich damit oft auch den überstarken Ehrgeiz der Eltern) bewundert und anerkennt, so gab es im Keller von Dussmann ein qualitativ glänzende Aufführung exzellenter Musiker, die zufälligerweise auch noch Kinder bzw. Jugendliche waren. Der Moderator übersah (obwohl selbst Musiker) leider die Korrepetitoren und vergaß konsequent jedes Mal, ihre Namen anzusagen, als ob es sie auf der Bühne gar nicht gebe, dafür aber fing die Hausherrin das Publikum schnell mit ihrem Charme wieder ein.
Da waren u.a. Moses Yoofee Vester, der mit einer Eigenkomposition im Jazz sowohl technisch, als auch musikalisch einen wunderschönen Kontrapunkt setze, Marijn Seiffert und David Scherka, die mit ausgebuffter Professionalität während ihres Bottesinis abwechselnd mit ihren Instrumenten, miteinander und mit dem Publikum flirteten, und Sebastian Lange, der mit seinem Saxophon einen modernen japanischen Komponisten wie einen alten klassischen Meister zelebrierte.
Zwei Stunden Höchstgenuss.

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