Dienstag, 6. November 2012

Skispringer im Visier

Ein bewährtes Mittel gegen so etwas wie Novemberblues ist ein Besuch im English Comedy Club im Kookaburra. Leider wurden die Preise erhöht, dafür wenigstens die ollen Klappstühle aussortiert. Allerdings war es auch merklich leerer im Saal, als bei allen früheren Veranstaltungen auf denen ich war. Showchefin Kim ist eine exzellente Moderatorin, wenn auch viele Bausteine ihres eigenen Programms langsam einer Überholung bedürften, irgendwann wird aus Running Gags nur noch eine Pflichtübung, zu der man aus Höflichkeit klatscht. Immerhin, ein Anfang ist gemacht: sie schaffte es zum ersten Mal, einen ganzen Abend lang mal keinen Witz über über den Papst zu machen. Glückwunsch. Weiter so.
Viele Gesichter im Publikum kennt man nach einer Weile, Stammgäste machen einen guten Teil der Besucher aus. Um so ärgerlicher, wenn man einzelne Programme zum wiederholten Mal sieht. Bartuschka müsste nun das dritte Mal mit dem selben Act dort gewesen sein. Evi und das Biest mit einem Teilauftritt zum zweiten Mal. Wobei mich das bei letzteren weniger stört, weil ich die beiden wunderbar finde. Musikkabarett auf hohem Niveau, das immer wieder begeistert und sich sicher auch im Rahmen einer eigenen Veranstaltung lohnt.
Zwei allerdings brachten dieses Mal das Publikum wirklich zum Toben: Stand-up Comedian Javier Jarquin aus Neuseeland („I married a couple of months ago, and last night it suddenly happened: I called my ex-girlfriend's name during sex. OK, it was no problem, I was at her's“) und der New Yorker Street-artist David Deery („Isn't Biathlon really boring? One should pimp it up by combining it with other sports. Ski jumping for example. Biathlets could run and shoot ski jumpers“).
In Summe trotz allem wieder ein lohnenswerter Abend für Freunde des englischsprachigen Humors. Auch, weil die Atmosphäre so heimelig ist. Die meisten Künstler trifft man nach Vorstellungsende im Saal und kann mit ihnen plaudern. Nächstes Jahr gerne wieder.

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