Donnerstag, 22. November 2012

"Oh Boy"

Hohe Erwartungen sind immer gefährlich. Nachdem der erste Versuch, sich den Film "Oh Boy" anzuschauen am ausverkauften Kino scheiterte und Freunden an einem anderen Tag das Gleiche passierte, waren die Erwartungen an dieses Spektakel kaum mehr zu niedrig. Andererseits ist eines immer klar: Berliner lieben Filme über Berlin und stürmen dann prinzipiell die Kinos. Anders als in München, wo man es anscheinend gewohnt ist, Filme über München zu sehen. So wie man dort an Siege von Bayern München gewöhnt ist. Wie langweilig.
Oh Boy ist eigentlich ein glänzender Schwarz-Weiß-Film. Man genießt die Bilder der eigenen Stadt, die, trotz des S/W-Retro-Effekts, erkennbar das Berlin von heute widerspiegeln. Und es sind die Ecken die man liebt, die dieses Stadt typisch, unverwechselbar und liebenswert machen. Ein Film für Berliner.
Dazwischen schöne Szenen mit unterhaltsamen Dialogen, nachdenklichen Momenten, witzigen Dialogen und kafkaesken Momenten eines sprachlosen Hauptdarstellers, der es nicht versteht, sich zu artikulieren.
Insgesamt aber leider ein Film ohne roten Faden!
Die "Handlung"  läuft und plätschert vor sich hin. Und dann - ist der Film plötzlich einfach vorbei.
Es gibt auch nichts großartig aufzulösen, da letztendlich nur ein paar Ausschnitte aus dem Leben des Tom Schilling aufgezählt werden. Gerne hätte man gewusst, wie er das eine oder andere Problem löst. Aber der Film bleibt anekdotenhaft in der (pointierten) Beschreibung stecken.
Schade, wenn man nach einen wirklich gut gemachten Film am Schluss ohne irgendeine Auflösung aus dem Kino geht. Fragende Gesichter überall. Jan Ole Gerster hätte den Film ruhig noch zu Ende drehen können. Dann wäre es eine runde Sachen geworden.

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